Wir bringen Sie hinter Schloss und Verriegelung - Einbruchschutz für Ihre Tür

Ihr Hab und Gut ist nicht nur Ihnen was wert, sondern auch uns. Deshalb erklären wir Ihnen in diesem Beitrag, was Sie beim Einbruchschutz Ihrer Türe beachten sollten, welche Massnahmen Einbrecher:innen draussen halten und was es konkret beim Einbruchschutz von Stockwerkeigentum zu beachten gilt. 

23.10.20238min8min

Einbruchsichere Türe, die alle notwenigen Sicherheitsstandards erfüllt

Wir sind im Zeitalter des Ausbrechens angelangt - viele möchten aus dem Hamsterrad entfliehen, der Komfortzone den Rücken kehren oder aus ihrer Alltagsroutine ausbrechen. Leider wird aber nicht nur ausgebrochen - nein, es wird auch eingebrochen.

In der Schweiz nämlich über 24'000 mal pro Jahr. Dabei gehören vor allem Fenster zu den beliebtesten Einstiegsorten, aber auch Wohnungs- oder Haustüren sind oft einfache Ziele für Einbrecher:innen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Leute dafür, eine dicke Türe einzubauen und wiegen sich damit in Sicherheit. "Irrtum", sprach der Igel und stieg vom Kaktus. Denn optimaler Einbruchschutz bei Türen ist nur durch perfektes Teamwork zwischen Rahmen, Schloss und Türflügel gewährleistet.

Unser Experte Daniel Moser ist Gründer und Geschäftsführer der Moser Sicherheit AG und bietet Lösungen im Bereich Zutrittstechnik, Türfachplanung und Einbruchsschutz an. Wir haben mit ihm gesprochen und zusammengetragen, was Sie als Wohneigentümer:in über einbruchsichere Türen und Schliessmechanismen wissen sollten.

Was ist eine einbruchsichere Türe?

Für eine einbruchsichere Türe sind mehrere Faktoren entscheidend. Ein Schutz ist nur so gut wie dessen schwächster Punkt, weswegen Sie alle Bauteile einer Türe auf deren Sicherheit überprüfen lassen sollten. Folgende Dinge bringt eine einbruchsichere Türe mit:

  1. Ein Zylinder mit Sicherheitsrosetten und -garnituren
    Daniel Moser rät: «Achten Sie besonders auf Sicherheitsrosetten und Sicherheitsgarnituren für den Zylinder. Ist ein Zylinder abgebrochen, kann man mit einem Schraubenzieher die Türe aufschliessen. Egal, wie gut das Schloss dahinter ist.»

  2. Eine Mehrfachverriegelung
    Das sicherste Schloss funktioniert über Mehrfachverriegelung. Dabei werden die Schliesspunkte über die ganze Höhe der Tür verteilt. Ähnlich wie einem Tresor verteilt sich der Druck nämlich so beim Aufhebeln über mehrere Punkte.

  3. Ein gut verankerter Türrahmen und massiv verschraubte Schliessleisten
    Daniel Moser erklärt: «Vielerorts sind Türrahmen bzw. Stahlzargen nur ein ganz dünnes Blech, ähnlich einer Aludose. Das bietet gegen Einbrecher:innen nicht genügend Widerstand, auch wenn nur mit einfachsten Werkzeugen, wie z.B. einem Schraubenzieher, gearbeitet wird».

  4. Glastüren aus Verbundssicherheitsglas
    Gerade Balkon- und andere Nebeneingangstüren bestehen oft aus Standard-Glas. Wir empfehlen hier jedoch unbedingt Verbundssicherheitsglas, welches mit einer reissfesten Folie versehen ist. Der Türgriff sollte zusätzlich abschliessbar sein.

  5. Extra Tipp für Schiebetüren:
    Schiebetüren können Sie in Ihrer Abwesenheit zusätzlich mit einer Holzleiste sichern. Klemmen Sie diese unten zwischen die Schiebetüre und die nächste Wand. Auch beim Drehen des Türgriffs kann sie so nicht geöffnet werden, denn die Holzleiste blockiert den Schiebemechanismus - Günstig und effizient.

Widerstandsklassen

Wie Sie sicher wissen, ist das sicherste Schloss eine Burg. Aber hier geht es ja um andere Schlösser. Die Widerstandsfähigkeit wird bei Fenstern und Türen in verschiedenen Widerstandsklassen angegeben. Die Widerstandsklassen bewegen sich zwischen den Abkürzungen RC 1 (Resistance Class) 1 und RC 6, wobei 1 das niedrigste und 6 das höchste Mass an Sicherheit bietet.

  • RC 1 N: Schutz gegen Vandalismus + Körperliche Gewalt, keine Widerstandsdauer

  • RC 2 N: Schutz gegen Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug wie Schraubenzieher oder Zange, 3 min Widerstandsdauer

  • RC 2: Mechanisch identisch zu RC 2 N, aber zusätzlich mit angriffshemmender Verglasung versehen.

  • RC 3: Schutz gegen erfahrene Täter oder Gelegenheitstäter, mit zusätzlichem Hebelwerkzeug, Widerstandsdauer 5 min.

Im Privatbereich empfiehlt unser Experte, Türen ab Widerstandsklasse RC2 einzubauen. Falls Sie aber zu leichter Paranoia oder gar begründeter Vorsicht neigen, investieren Sie in RC3 Türen: Diese schützen gegen Täter:innen, die zusätzliches Hebelwerkzeug einsetzen und sich mehr Zeit zum Aufknacken Ihrer Türe nehmen. Dies ist vor allem für den gehobenen Wohnbereich empfohlen.

Einbruchsicherheit der eigenen Türe prüfen und verbessern

Sie wissen nun, auf was es bei einbruchsicheren Türen ankommt - und nun drängt sich Ihnen die Frage auf, wie es denn um die Sicherheit Ihrer Türe steht? Manche Türen verfügen über eine Sicherheits-Klassifizierungsplakette, welcher Sie die Sicherheitsklasse Ihrer Türe entnehmen können. Das Anbringen dieser Plakette ist jedoch nicht üblich und keine Pflicht.

Wenn Sie sich des Einbruchschutzes Ihrer Türe zu 100% sicher sein möchten, holen Sie sich am besten professionelle Beratung ins Boot. Eine Fachperson oder der Hersteller selbst kann den Zustand Ihrer Türe beurteilen und Sie auf dem Weg zur sicheren Tür unterstützen. Der Verein Sicheres Wohnen Schweiz (SWS) schult und bildet Fachberater im Einbruchsschutz aus - auf dessen Webseite finden Sie qualifizierte Firmen und Beratungen.

Sie haben herausgefunden, dass Ihre Türe nicht so sicher ist, wie Sie sich das wünschen? Bei entsprechendem Budget rät Daniel Moser, die Türe komplett zu ersetzen: «Das bringt Gewissheit, dass die Haustüre auch wirklich eine geprüfte Türe ist - was Nachrüsten nicht ermöglicht». Moser-Special-Tipp: Wenn Sie eine RC-klassifizierte Türe einbauen lassen, können Sie in vielen Fällen bei Ihrer Versicherung eine Prämienvergünstigung beantragen.

Wenn das Budget dafür nicht reicht, können Sie auch ihre alte Türe mit einzelnen Massnahmen etwas «aufmotzen». Dabei bietet sich als Erstes der Austausch von Verrieglungselementen an, was zusätzlich hohen Schutz bietet. Auch “Aufdoppeln” ist möglich. Dabei wird die Aussenseite der Türe mit einer zusätzlichen Holzplatte verstärkt, so dass Werkzeug nicht mehr zwischen Tür und Rahmeninnenseite angesetzt werden kann. Lassen Sie sich auf alle Fälle von Fachpersonen beraten.

Einbruchsschutz beim Stockwerkeigentum

Gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden im Jahr 2021 schweizweit fast 3-mal mehr Einbrüche in Mehrfamilienhäusern als in Einfamilienhäusern verzeichnet. Doch wie können Sie sich als Stockwerkeigentümer:in schützen? Bei Mehrfamilienhäusern mit mehr als drei Wohnparteien ist die Hauseingangstüre statistisch gesehen kein grosses Hindernis. Entweder ist sie nicht abgeschlossen, weil sich im Erdgeschoss oft Geschäfte eingemietet haben oder aber unbekümmerte Nachbarn öffnen die Türe bei zufälligem Klingeln. Deswegen ist die entscheidende Schutztüre gegen Einbrüche Ihre eigene Wohnungstüre. Investieren Sie im Idealfall unbedingt in eine RC2 oder RC3 Türe.

Aufgepasst! Im Gegensatz zu Einfamilienhäusern können Sie Ihre Wohnungstüre im Stockwerkeigentum nicht ohne Weiteres nachrüsten. Denn diese sind häufig genormte Brandschutztüren, die man nicht verändern darf. Auch gut gemeinte Verbesserungen wie das Einbauen von speziellen Schlössern oder Aufdoppelungen können die Brandschutzzertifizierung zerstören. Beim Stockwerkeigentum gilt also: Brandschutz hat Vorrang vor Einbruchschutz.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Hersteller Ihrer Türe. Der weiss, welche Veränderungen sich im zulässig geprüften Bereich befinden und welche Arbeiten Sie in Auftrag geben dürfen.

Einbruchschutz: Elektronische & organisatorische Massnahmen

Verriegelung, Widerstandsklassen & Co. sind alles mechanische Schutzfunktionen. Nebst diesem Einbruchsschutz kann man sich zusätzlich mit elektronischen Geräten schützen. Wichtig ist aber: Elektronischer Einbruchsschutz oder andere alternative Sicherheitsmassnahmen bilden keinen Ersatz für die mechanische Sicherung. Eine widerstandsfähige Verriegelung können Sie nicht mit einem Türspion oder einer Kamera ersetzen. Anderseits sind aber elektronische Massnahmen wie Alarmanlagen oder Überwachungskameras von aussen sichtbar und wirken auf Einbrecher:innen abschreckend. Schon eine automatische Beleuchtung vor dem Hauseingang kann diesen Zweck erfüllen. Denn Diebe fühlen sich im Dunkeln eindeutig wohler.

Noch wichtiger als mechanische und elektronische Massnahmen sind individuelle, organisatorische Muster - also Ihr Verhalten! Moser-Special-Tipp: «Die beste RC-Klasse nützt nichts, wenn man die Türe nicht ganz verschliesst. Wenn möglich, also immer den Schlüssel zweimal im Schloss umdrehen, damit alle Schlossriegel ganz ausgefahren sind». Eine vertraute Nachbarschaft gehört ebenfalls zu den organisatorischen Massnahmen und ist eine der effektivsten Massnahmen gegen Langfinger. Informieren Sie Ihre Nachbar:innen über Ihre Ferienabwesenheit und rufen Sie im Zweifelsfall die 117, wenn Sie verdächtige Machenschaften in Ihrem Quartier beobachten.

Quintessenz: Egal, ob Verhalten, mechanischer oder elektronischer Schutz: Der beste Einbruchsschutz ist schlussendlich derjenige, der von allen Seiten gleichzeitig ansetzt: Denn jedes System ist nur so gut wie dessen schwächstes Glied. Es nützt nichts, sich die teuerste Alarmanlage einzubauen, wenn die Fenster nicht einbruchsicher sind. Oder sich eine teure Türe einzubauen, wenn Sie diese nicht sachgemäss abschliessen.«Ein Rest-Risiko besteht immer, auch mit einer doppelt abgeschlossenen RC 3 Türe und Kameraüberwachung», erklärt Daniel Moser, «geben Sie kein Geld für unsachgemässe Installationen und teure Anlagen aus, sondern holen Sie sich immer qualifizierte Beratung ins Boot.»

Wir sind Liiva. Wir helfen Ihnen mit Sicherheit.