Streichen Sie den Kalk aus Ihrer Kalkulation – Lohnt sich eine Enthärtungsanlage?

Die Kaffemaschine muss alle zwei Wochen entkalkt werden und hartnäckige Kalkflecken schmücken ihr Bad? Hier könnte eine zentrale Entkalkungsanlage helfen. Erfahren Sie, ob sich eine Anschaffung für Sie lohnt, worüber Sie sich im Vorfeld Gedanken machen sollten und wie Sie Ihre Anlage nach der Installation instand halten. 

05.07.20235min5min

Mutter und Tochter waschen ihre Hände an einem Wasserhand, aus welchem dank der Entkaklungsanlage enthärtetes Wasser kommt.

Alle Welt beneidet die Schweiz um ihr qualitatives Trinkwasser. Und das mit Recht. Aber köstliches, sauberes Trinkwasser ist nicht auch automatisch gut für Ihre sanitären Anlagen, Ihre Haushaltsgeräte oder Ihre weiche Wäsche. Denn kalkhaltiges Wasser schmeckt oftmals sogar besser und enthält mehr wertvolle Mineralien als kalkarmes Wasser. Die Kehrseite der Medaille - der Kalk lagert sich in Ihrer geliebten Kaffeemaschine und in Ihren Wasserleitungen ab. Diese Ablagerungen führen zu einer verkürzten Lebensdauer und teuren Reparaturen Ihrer Haushaltsgeräte. Zusätzlich arbeiten verkalkte Maschinen weniger effizient, was Ihre Stromrechnung in die Höhe treibt.

Die Lösung? Eine zentrale Entkalkungsanlage! Typischerweise im Keller eingebaut, befreit eine Entkalkungsanlage – auch Enthärtungsanlage genannt – die Wasserversorgung des gesamten Hauses von Kalk. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, ob und wann sich eine Anschaffung für Sie lohnt, was die Vor- und Nachteile sind und was es nach der Installation zu beachten gibt.

Wann ist Wasser kalkhaltig? Härtestufen in der Schweiz

Kalkhaltig oder «hart» ist Wasser dann, wenn es eine hohe Konzentration an gelösten Mineralien wie Calcium und Magnesium aufweist. In der Schweiz wird die Wasserhärte üblicherweise in sogenannten Französischen Härtegraden (°fH) gemessen. Hierbei gilt:

  • 0-7 °fH: Sehr weiches Wasser

  • 7-15 °fH: Weiches Wasser

  • 15-25 °fH: Mittelhartes Wasser

  • 25-32 °fH: Ziemlich hartes Wasser

  • 32-42 °fH: Hartes Wasser

  • 42 °fH: Sehr hartes Wasser

Funktionsweise einer Entkalkungsanlage

Die Entkalkungsanlage wird in der Regel zentral eingebaut, um die Wasserversorgung für das gesamte Haus vom Kalk zu befreien. Üblicherweise werden zur Enthärtung chemische Anlagen verwendet. Dabei werden mittels Ionentausch Kalk und Magnesium aus dem Wasser gelöst und durch Natrium ersetzt. Das geschieht mithilfe eines sogenannten Ionentauscherharzes. Wenn dieses seine Kapazität ausgeschöpft und alle Natriumionen abgegeben hat, muss es regeneriert werden. Hierzu werden Natriumchlorid (Salz) Tabletten in den Enthärtungsbehälter geleitet, die das Harz von den aufgenommenen Calcium- und Magnesiumionen befreien und stattdessen Natriumionen aufnehmen. Das Harz kann dann erneut eingesetzt werden, um das Wasser zu enthärten.

Nebst chemischen Entkalkungsanlagen stehen auch physikalische Entkalkungsanlagen zur Auswahl. Deren Wirkung ist in Fachkreisen jedoch umstritten.

Wann lohnt sich eine Entkalkungsanlage?

Die Entscheidung für oder gegen eine Entkalkungsanlage ist ein Kampf zwischen Ihrer finanziellen Flüssigkeit und der Härte Ihres Wassers. Eine Enthärtungsanlage lohnt sich dann, wenn Ihr Wasser so kalkhaltig ist, dass Ihre aktuellen finanziellen Aufwände für Wartung, Reparation und Neubeschaffung Ihrer geschädigten Haushaltsgeräte grösser als die Anschaffungs- und Instandhaltungskosten der Entkalkungsanlage sind. Dies ist laut dem Schweizerische Verband der Trinkwasserversorger meist bei einer Wasserhärte von 25 °fH der Fall. Wie hart das Leitungswasser in Ihrer Region ist, finden Sie hier heraus! Einfach Ihre Postleitzahl eingeben und Wasserhärte erfahren!

Tipp: Wenn Ihr Wasser einen Härtegrad knapp unter der 25 Marke °fH aufweist, lohnt es sich manchmal, nur das Warmwasser und nicht die gesamte Wasserversorgung zu enthärten. Somit benötigen Sie eine kleinere Enthärtungsanlage und verbrauchen weniger Salz für den Unterhalt. Das spart Kosten.

Sie sind sich unsicher? Als zusätzliche Orientierungshilfe finden Sie im Folgenden die wichtigsten Argumente für und gegen die Anschaffung einer Entkalkungsanlage.

Gründe für eine Entkalkungsanlage

  • Niedriger Energieverbrauch durch weniger Kalk in Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Kaffeemaschine

  • Längere Lebensdauer von Haushaltsgeräten

  • Weniger Kalkablagerungen in den Rohrleitungen

  • Geringerer Aufwand beim Wohnungsputz, da weniger Kalkflecken entstehen (z.B. an der Duschwand oder am Wasserhahn).

  • Erhöhter Komfort durch flauschigere Wäsche und sanfteres Wasser für Haare und Haut

Gründe gegen eine Entkalkungsanlage

  • Hohe Installationskosten: Die Anschaffungskosten beginnen in der Schweiz bei ca. CHF 2000 für eine Entkalkungsanlage.

  • Laufende Betriebs- und Wartungskosten der Anlage

  • Erhöhte Gefahr von Verkeimung des Trinkwassers bei längeren Stillstandszeiten. Achten Sie verstärkt auf die Desinfektion des Ionentauscherharzes! Sobald das Ionentauscherharz (Salz) aufgebraucht ist, sollte die Anlage regeneriert werden. Generell wird eine Regenerationszeit von 3 bis 6 Tagen empfohlen. Eine Zwangsregeneration kann je nach Anlagetyp eingestellt werden.

Schlussendlich gilt es, Ihre individuellen Bedürfnisse und damit alle Vorteile gegen die Nachteile abzuwägen. Als Daumenregel können Sie sich jedoch merken: Je höher die Wasserhärte und der eigene Wasserverbrauch und je mehr Haushaltsgeräte im Einsatz sind, desto eher lohnt sich die Investition in einen zentralen Wasserenthärter.

So finden Sie die passende Enthärtungsanlage

Haben Sie die Vor- und Nachteile abgewogen und sich für die Installation einer Entkalkungsanlage entschieden, geht es an die Umsetzung. Um die geeignete Anlage zu finden und diese richtig zu installieren, sollten Sie sich unbedingt an Fachpersonen wenden. Für eine effiziente Planung, sollten Sie vorab folgende Fragen klären:

  • Wie hoch ist Ihr Wasserverbrauch?

  • Wie viel Platz steht Ihnen für die Enthärtungsanlage zur Verfügung?

  • Haben Sie spezielle Sanitäreinrichtungen mit hohem Wasserdurchlauf in Gebrauch wie beispielsweise Swimming Pool, Whirlpool oder Regendusche?

  • Was ist Ihr Budget für Wasserenthärter, Installation und den jährlichen Service?

Instandhaltung einer Entkalkungsanlage: Das müssen Sie beachten

Ihre Entkalkungsanlage ist nun unter Dach und Fach und Sie wägen sich in Sicherheit? Das dürfen Sie, dennoch gibt es noch einige Dinge, die Sie auch nach Einbau noch beachten sollten:

  1. Füllen Sie bei Ihrer Anlage bei Bedarf Salz nach. Sobald das Salz aufgebraucht ist, zeigt die Anlage eine entsprechende Meldung an. Wie oft nachgefüllt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Grösse der Anlage, der Wasserhärte und dem Wasserverbrauch des Haushalts ab. Einige Enthärtungsanlagen sind mit einem automatischen Regenerationsprozess ausgestattet, welcher das Salz nach Bedarf nachfüllt. In diesem Fall muss dieses seltener manuell nachgefüllt werden. Sie erhalten das Salz beim örtlichen Sanitärgeschäft oder beim Hersteller Ihrer Entkalkungsanlage.

  2. Lassen Sie Ihre Anlage regelmässig durch eine Fachperson warten. Dabei wird Ihre Anlage auf Funktionsstörungen oder Beschädigungen geprüft, die zu Problemen führen könnten. Ausserdem wird die Anlage gereinigt und Verschleissteile wie Filter und Ventile werden ersetzt.

  3. Vernachlässigen Sie die Entkaltung Ihrer Haushaltsgeräte trotz Enthärtungsanlage nicht. Aus gesundheitlichen Gründen enthärtet die Entkalungsanlage das Wasser auf 0°fH und mischt es anschliessend wieder mit etwas nicht enthärtetem Wasser. Deshalb enthält enthärtetes Wasser immer noch geringe Mengen an Restkalk, der sich im Laufe der Zeit ansammelt und entfernt werden muss. Durch den Einsatz einer Enthärtungsanlage reduziert sich dieser Aufwand jedoch erheblich.

Wir sind Liiva. Mit uns ist Ihr Härtegrad kein Härtefall.